LED Cinema, Dolby Vision+Atmos und IMAX Laser – was steckt dahinter?
Immer mehr Gäste fragen uns nach den Unterschieden der Premium-Formate. Wir erklären LED Cinema, Dolby Vision+Atmos und IMAX mit Laser – mit den DCI-Normwerten zu Schwarz und Kontrast, ehrlich und mit Quellen.

Drei Begriffe tauchen gerade überall auf, wenn es um das beste Kinobild geht: LED Cinema, Dolby Vision (bei uns im Admiral Boutique Kino Nürnberg als Dolby Vision+Atmos in Kino 1) und IMAX mit Laser. Immer mehr Gäste fragen uns, was dahintersteckt und was davon „besser“ ist. Hier erklären wir die Technik – ehrlich, mit Zahlen und mit Quellen.
Die kurze Antwort vorweg: Alle drei Systeme sind Premium-Formate und sind in der Lage, ein großartiges Filmerlebnis zu bieten. Der größte Unterschied liegt darin, wie das Licht auf die Leinwand kommt – und was das für Schwarzwert, Kontrast und Helligkeit bedeutet.
LED Cinema: Die Leinwand leuchtet selbst
Beim LED-Kino gibt es keinen Projektor und keinen Vorführraum mehr. Die Leinwand selbst ist der Bildschirm: Sie besteht aus Millionen winziger roter, grüner und blauer Leuchtdioden, die zu Pixeln zusammengefasst sind. Jedes Pixel erzeugt sein Licht selbst – Fachleute sprechen deshalb von einem „Direct View Display“.
Die Wand wird aus vielen gleichen Modulen (Kabinetten) zusammengesetzt, typischerweise vom Boden bis zur Decke und von Wand zu Wand. Wie fein das Bild ist, bestimmt der Pixelabstand („Pixel Pitch“): Je kleiner der Abstand in Millimetern, desto mehr Pixel passen auf die Fläche. Im Kino üblich sind heute etwa 2,5 bis 5 mm bei Wandbreiten von rund 7 bis über 20 m, mit 16-Bit-Graustufenverarbeitung.
Drei Dinge machen LED im Kino besonders:
- Tiefes, aber genormtes Schwarz: Oft heißt es, ein ausgeschaltetes LED-Pixel sei „perfekt schwarz“. Für das Kinobild zählt aber nicht „aus“, sondern die dunkelste Graustufe, die noch korrekt dargestellt wird – der MABL (siehe nächster Abschnitt). DCI legt ihn verbindlich fest: 0,005 nit in HDR, mindestens 0,01 nit in SDR. Der Vorteil von LED ist also nicht ein „perfektes“ Schwarz, sondern dass dieser Wert erreicht wird, ohne dass Streulicht aus einer Projektionsoptik das Schwarz aufhellt – ein Standard-Kinoprojektor zielt auf etwa 0,024 nit.
- Gleichmäßigkeit: Helligkeit und Farbe sind über die ganze Fläche gleich – es gibt keinen Abfall zu den Ecken, wie ihn Objektive verursachen.
- Ton durch die Leinwand: Moderne Wände sind mikroperforiert, also akustisch transparent – mit bis zu 23 % offener Fläche. Die Lautsprecher können dadurch wie gewohnt hinter dem Bild stehen.
Damit eine LED-Wand Kinofilme zeigen darf, muss sie von den Digital Cinema Initiatives (DCI) zertifiziert sein – dem Normgremium der großen Hollywood-Studios. Seit dem Prüfplan CTP 1.4 (Juli 2023) gibt es dafür eigene Prüfwege für LED, getrennt nach SDR und HDR.
Quellen: Tricorne – DCI-Certified HDR Acoustically Transparent Cinema LED (technische Daten) (öffnet in neuem Fenster) · Timewaying – HeyLED Cinema Screen (technische Daten) (öffnet in neuem Fenster) · Timewaying – HeyLED Acoustic Transparent LED Cinema Screen (öffnet in neuem Fenster) · Barco – What is DCI certification for Direct View LED displays? (öffnet in neuem Fenster)
MABL: Wie dunkel darf Schwarz sein?
Der Kontrast einer LED-Wand ist keine freie Herstellerangabe, sondern ergibt sich aus der DCI-Norm: Spitzenhelligkeit geteilt durch den MABL. MABL steht für „Minimum Active Black Level“. DCI definiert ihn als die niedrigste Helligkeit oberhalb von Codewert 0, die die Anzeige innerhalb der vorgeschriebenen Gleichmäßigkeitstoleranz wiedergibt. Gemeint ist also nicht „Pixel aus“, sondern die dunkelste Graustufe, die noch korrekt dargestellt werden muss.
DCI legt zwei Werte fest:
- HDR: MABL von 0,005 nit (Toleranz ± 0,001 nit), gemessen so, dass Fremdlicht im Saal möglichst nicht mitzählt. Werte unterhalb von 0,005 nit sind ausdrücklich undefiniert.
- SDR: Die LED-Wand muss das Display nachbilden, auf dem der Film gemastert wurde. Schwarz darf dabei nicht unter 0,01 nit liegen.
Geprüft wird das im DCI-Prüfplan (Compliance Test Plan): Seit CTP 1.4 gibt es eigene Tests für „SDR Minimum Active Black Level“ und „HDR Minimum Active Black Level“ bei LED-Wänden. CTP 1.4 trat im Dezember 2023 in Kraft; LED-Wände, die vorher zugelassen wurden, gelten bei DCI seither als bildtechnisch weitgehend ungeprüft.
Daraus folgen die Kontrastverhältnisse:
HDR: 300 nit ÷ 0,005 nit = 60.000:1 · SDR: 48 nit ÷ 0,01 nit = 4.800:1
Genau diese Werte – 48 nit für SDR, 300 nit und 60.000:1 für HDR – stehen in den technischen Daten DCI-HDR-zertifizierter LED-Wände. Warum DCI gerade diese Werte wählte: In Studiotests mit Koloristen und Publikum nahm der Nutzen tieferer Schwarzwerte ab etwa 0,005 nit spürbar ab.
Quellen: DCI – Direct View Display D-Cinema Addendum, Abschnitt 4.7 (Minimum Active Black Level) (öffnet in neuem Fenster) · DCI – High Dynamic Range D-Cinema Addendum, Abschnitt 9.3 (0,005 cd/m²) (öffnet in neuem Fenster) · DCI – Direct View Display D-Cinema Addendum v1.0, Tabelle 2 (SDR ≥ 0,01 cd/m²) (öffnet in neuem Fenster) · DCI – Compliance Test Plan (SDR/HDR Minimum Active Black Level) (öffnet in neuem Fenster) · Barco – What is DCI certification for Direct View LED displays? (öffnet in neuem Fenster) · Tricorne – DCI-Certified HDR Acoustically Transparent Cinema LED (technische Daten) (öffnet in neuem Fenster) · Tricorne – Broschüre PB-1545 (öffnet in neuem Fenster) · Celluloid Junkie – HeyLED 6 m 4K mit DCI-HDR-Zertifizierung (300 nit, 60.000:1) (öffnet in neuem Fenster) · Display Daily – DCI Explains and Decides What HDR is in Cinemas (öffnet in neuem Fenster)
SDR und HDR: Zwei Filmfassungen, zwei Kontrastwelten
Wie viel Kontrast man auf einer LED-Wand sieht, hängt davon ab, welche Fassung des Films läuft.
SDR (der normale Kinofilm): Fast alle Filme kommen als SDR-Fassung ins Kino. Sie ist für klassische Projektion gemastert: 48 nit Weiß, Schwarzwert-Ziel um 0,024 nit, also rund 2.000:1. Die LED-Wand zeigt SDR ebenfalls mit 48 nit und soll laut DCI das Mastering-Display nachbilden. Ihr Schwarz darf mit 0,01 nit zwar tiefer liegen als bei einem Standardprojektor – mehr als 4.800:1 sind nach DCI aber nicht vorgesehen. Das ist gewollt: Der Film soll so aussehen, wie er gemastert wurde, und nicht „nachgeschärft“.
HDR: Hier spielt LED ihre Stärke aus. Die Wand geht auf 300 nit Spitzenhelligkeit und hält 0,005 nit als dunkelste definierte Stufe – 60.000:1. Lichtreflexe, Explosionen oder Sonnenlicht wirken dadurch realistischer, ohne dass dunkle Szenen grau werden. Voraussetzung ist eine HDR-Fassung des Films nach DCI-Norm und ein DCI-zertifizierter HDR-Server. Solche Fassungen gibt es bislang nur für einen Teil der Filme.
Der eigentliche Unterschied entsteht mit HDR. Bei SDR zeigen LED-Wand und Projektor dasselbe genormte Bild mit 48 nit – der Abstand ist im Saal überschaubar. Erst mit HDR-Fassungen nutzt LED ihren vollen Spielraum von 300 nit Spitzenhelligkeit bei 0,005 nit Schwarz.
SDR auf LED (DCI) | HDR auf LED (DCI) | |
|---|---|---|
Spitzenhelligkeit | 48 nit | 300 nit |
Minimum Active Black Level | ≥ 0,01 nit | 0,005 nit ± 0,001 |
Kontrastverhältnis | 4.800:1 | 60.000:1 |
Bildsignal | Gamma 2,6 | PQ (SMPTE ST 2084) |
Mythos „unendlicher Kontrast“
Im Netz liest man oft, LED habe einen „unendlichen“ Kontrast. Auch Hersteller werben damit. Rein physikalisch stimmt daran nur eines: Ein ausgeschaltetes Pixel gibt kein Licht ab, und Weiß geteilt durch null ist „unendlich“.
Das internationale Gremium für Display-Messtechnik (ICDM) empfiehlt deshalb, „unendlich“ nicht anzugeben, sondern den Schwarzwert beim niedrigsten Bildsignal zu messen.
Für das Kinobild ist diese Zahl aber nicht aussagekräftig. Ein Film besteht nicht aus „an“ und „aus“, sondern aus Tausenden Graustufen. Entscheidend ist, dass jede Stufe – gerade die ganz dunklen – mit der richtigen Helligkeit erscheint. Deshalb misst DCI den Schwarzwert nicht bei Codewert 0, sondern bei der ersten Stufe darüber, und verlangt eine exakte Graustufen-Kennlinie bis dorthin. Ein Display, das dunkle Stufen einfach „absaufen“ lässt, erreicht zwar tiefes Schwarz – aber Schattendetails gehen verloren, und das Bild entspricht nicht mehr dem Master.
Korrekt kalibriert hat eine DCI-LED-Wand also einen klar begrenzten, sehr hohen Kontrast: 4.800:1 in SDR und 60.000:1 in HDR. Hinzu kommt: Im echten Saal hellen Notausgangsbeleuchtung, Reflexionen von Publikum und Wänden das Bild ohnehin leicht auf – das gilt für LED genauso wie für jede Projektion.
Quellen: Barco – What is DCI certification for Direct View LED displays? (öffnet in neuem Fenster) · What Hi-Fi – Samsung Cinema LED (öffnet in neuem Fenster) · LG – LED Cinema LAD033F (öffnet in neuem Fenster) · Display Daily – The LED Cinema Era has Started (ICDM zu „unendlichem“ Kontrast) (öffnet in neuem Fenster) · DCI – Direct View Display D-Cinema Addendum, Abschnitt 4.7 (Minimum Active Black Level) (öffnet in neuem Fenster) · DCI – High Dynamic Range D-Cinema Addendum, Abschnitt 9.3 (0,005 cd/m²) (öffnet in neuem Fenster) · Display Daily – IMAX’s New Laser Projector is Unique in Design – and Performance (2015) (öffnet in neuem Fenster)
Dolby Cinema und Dolby Vision+Atmos: Kontrast aus dem Projektor
Dolby Vision im Kino arbeitet mit zwei 4K-Projektoren mit reinem RGB-Laserlicht. Die erste Generation ist das Christie E3LH Dolby Vision Cinema Projection System, ab 2011 gemeinsam mit Dolby entwickelt; 2015 lief darauf der erste Film, „Tomorrowland“. Der Kontrast stieg damit von rund 2.000:1 auf 1.000.000:1, der Farbraum reicht über DCI-P3 hinaus auf rund 95 % von Rec. 2020. 2024 erhielt das E3LH dafür einen Scientific and Engineering Award der Academy.
Seit Mai 2025 kommt die neue Generation der Dolby-Vision-Laserprojektoren in die Kinos. Ihre Basis ist der Christie Eclipse G3: bis zu 20.000.000:1 Kontrast (sequenziell), rund 98 % von Rec. 2020, 30.000 ANSI-Lumen, sechs DLP-Chips, natives 4K und bis zu 120 Bilder pro Sekunde.
Die Helligkeit liegt bei bis zu 31 Foot-Lambert (rund 106 nit) in 2D und 14 Foot-Lambert (rund 48 nit) in 3D. Beim Farbraum liegt Dolby Vision damit vor Cinema-LED, die mit DCI-P3 angegeben wird.
Dolby Cinema vs. Dolby Vision+Atmos: Dolby Cinema ist die Komplettmarke mit einem von Dolby gestalteten Saal. Mit Dolby Vision+Atmos bieten Kinos seit 2024 dieselbe Bild- und Tontechnik in eigenen Premium-Sälen an. Unser Kino 1 war Deutschlands erster Dolby Vision+Atmos-Saal.
Quellen: Christie – Meet the Academy Award-winning Christie E3LH (öffnet in neuem Fenster) · Panorama Audiovisual – Academy ehrt Christie E3LH (öffnet in neuem Fenster) · Celluloid Junkie – Neue Dolby-Vision-Laserprojektoren 2025 (öffnet in neuem Fenster) · Christie – Eclipse G3 (öffnet in neuem Fenster) · rAVe – Dolby wählt Christie für Dolby Vision (öffnet in neuem Fenster) · Tricorne – DCI-Certified HDR Acoustically Transparent Cinema LED (technische Daten) (öffnet in neuem Fenster) · LG – LED Cinema LAD033F (technische Daten) (öffnet in neuem Fenster) · Dolby – Dolby Vision und Dolby Atmos für alle Premium-Kinos (2024) (öffnet in neuem Fenster)
Der Dolby-Vision-Master: eine eigene Fassung des Films
Dolby Vision im Kino zeigt nicht einfach die normale Kinofassung heller. Für jeden Dolby-Vision-Film entsteht im Farbkorrekturstudio eine eigene HDR-Fassung, die auf genau diese Projektion abgestimmt ist: PQ-Kennlinie, P3-Farbraum, bis zu 108 nit Spitzenhelligkeit. Ausgangspunkt ist ein HDR-Referenzmaster, den Dolby auf Monitoren mit mindestens 1.000 nit und einem Kontrast von 1.000.000:1 empfiehlt; daraus werden Kino-, Heimkino- und SDR-Fassungen abgeleitet.
Dolby Vision+Atmos bringt genau diese Dolby-Cinema-Master ins Kino. Säle mit Dolby Vision+Atmos – wie unser Kino 1 – spielen dieselbe Dolby-Vision-Fassung, die auch in Dolby-Cinema-Sälen läuft, mit derselben Bild- und Tontechnik.
Zur Verbreitung: Gestartet 2015 mit „Tomorrowland“, waren Anfang 2016 rund 22 Filme für Dolby Cinema gemastert. 2023 wurde mit „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil 1“ der 500. Film erreicht. Laut Dolby sind inzwischen über 860 Kinofilme in Dolby Vision und Dolby Atmos erschienen oder bestätigt, darunter 20 der umsatzstärksten Filme 2025.
Warum Dolby Vision unter Filmemachern als Referenz gilt, hat mehrere Gründe:
- Eigener, betreuter Master: Regie und Kamera können die HDR-Fassung gezielt gestalten – Schatten, Spitzlichter und Farben werden nicht automatisch umgerechnet.
- Ein einheitlicher Standard in jedem Saal: Projektor, Kalibrierung und Fassung stammen aus einer Hand. Der Film sieht in jedem Dolby-Saal gleich aus.
- Anerkannte Technik: Der Oscar für Wissenschaft und Technik 2024 für das Christie E3LH ging an die Projektion, die HDR und erweiterten Farbraum erstmals ins Kino brachte. Schon zum Start lobten Filmemacher laut Dolby und Christie den Kontrast.
Quellen: Dolby – Dolby Vision for Content Creators (öffnet in neuem Fenster) · HPA 2022 – Dolby Vision Home and Cinema Workflows (öffnet in neuem Fenster) · Dolby – Dolby Vision und Dolby Atmos für alle Premium-Kinos (2024) (öffnet in neuem Fenster) · Below the Line – 22 Filme für Dolby Cinema (2016) (öffnet in neuem Fenster) · Dolby – 500. Film in Dolby Vision und Dolby Atmos (öffnet in neuem Fenster) · Boxoffice Pro – über 860 Filme in Dolby Vision und Dolby Atmos (CinemaCon 2026) (öffnet in neuem Fenster) · Celluloid Junkie – Scientific and Engineering Award für Mike Perkins (öffnet in neuem Fenster) · rAVe – Dolby wählt Christie für Dolby Vision (öffnet in neuem Fenster)
IMAX mit Laser: Riesenleinwand und eigene Optik
IMAX mit Laser ist ebenfalls ein Projektionssystem, aber ganz auf sehr große Leinwände ausgelegt. Die Premium-Variante arbeitet mit zwei 4K-Laserprojektoren, die ein gemeinsames Bild erzeugen; sie ist für Leinwände ab etwa 25 m Breite gebaut und kann das klassische IMAX-Format 1,43:1 zeigen.
Die Technik geht auf Laser-Patente von Kodak zurück, die IMAX lizenzierte und weiterentwickelte – rund 60 Mio. US-Dollar Entwicklung. Anders als übliche Kinoprojektoren verzichtet IMAX auf das Prisma zur Farbtrennung und hält die drei Bildchips getrennt und temperaturstabil. Das reduziert Streulicht und sorgt für hohe Schärfe.
Kontrast: Eine exakte Zahl veröffentlicht IMAX nicht. IMAX-CTO Brian Bonnick nannte als Vergleich rund 1.800:1 für einen typischen 4K-Xenon-Projektor, etwa 2.600:1 für die frühere IMAX-Xenon-Digitaltechnik und 4.500 bis 5.000:1 für den IMAX-15/70-Filmprojektor. Der Laserprojektor liege „um ein Vielfaches“ darüber. IMAX selbst spricht vom doppelten Kontrast der 15/70-Filmprojektion.
Weitere Daten: 4K-Auflösung, Farbraum nahe Rec. 2020 und bis zu 60 Bilder pro Sekunde. Alle Filme werden für IMAX auf 22 Foot-Lambert (rund 75 nit) eingestellt und täglich per Kamera kalibriert.
Wichtig für Vergleiche: Viele IMAX-Säle nutzen nicht das Doppelsystem, sondern seit 2018 eine Einzelprojektor-Variante für kleinere Leinwände im Format 1,90:1. Die Stärke von IMAX liegt vor allem in Bildgröße, Formatwahl und Ton – weniger im Schwarzwert.
IMAX 70 mm (15/70): Der Ursprung von IMAX ist analoger Film. Das 65/70-mm-Material läuft horizontal durch Kamera und Projektor, jedes Bild ist 15 Perforationen breit. So entsteht ein Negativ mit rund der zehnfachen Fläche eines 35-mm-Bildes, im hohen Format 1,43:1. Die theoretische Auflösung wird auf 12K bis 18K geschätzt – deutlich mehr als jede heutige digitale Kinoprojektion. Weltweit gibt es nur noch wenige Säle mit 15/70-Filmprojektoren; Filme wie „Oppenheimer“ wurden dort als Filmkopie gezeigt.
Quellen: Display Daily – IMAX’s New Laser Projector is Unique in Design – and Performance (2015) (öffnet in neuem Fenster) · etcentric – IMAX with Laser debütiert mit „The Walk“ (öffnet in neuem Fenster) · SlashGear – IMAX with Laser vs. Regular IMAX (öffnet in neuem Fenster) · In Depth Cine – What Makes IMAX Different (öffnet in neuem Fenster) · Science ABC – 70 mm vs. Digital (12K–18K bei IMAX 15/70) (öffnet in neuem Fenster) · YMCinema – Oppenheimer, IMAX 15/70 und 18K (öffnet in neuem Fenster)
Die Systeme im Vergleich
Standard-Kinoprojektor | LED Cinema (DCI SDR) | LED Cinema (DCI HDR) | Dolby Vision (Cinema / Vision+Atmos) | IMAX mit Laser (Dual) | |
|---|---|---|---|---|---|
Bilderzeugung | Projektion (Xenon/Laser) | Selbstleuchtende LED-Pixel | Selbstleuchtende LED-Pixel | Projektion, 2× 4K RGB-Laser | Projektion, 2× 4K Laser |
Spitzenhelligkeit 2D | 48 nit | 48 nit | 300 nit | bis 108 nit | ca. 75 nit (22 fL) |
Schwarz / Kontrast | ca. 2.000:1 | ≥ 0,01 nit → 4.800:1 | 0,005 nit → 60.000:1 | 1.000.000:1 (E3LH), bis 20.000.000:1 (Eclipse G3) | nicht veröffentlicht, „Vielfaches“ von 4.500–5.000:1 |
Farbraum | DCI-P3 | DCI-P3 | DCI-P3 | 95–98 % Rec. 2020 | nahe Rec. 2020 |
Eigene Filmfassung | Standard-DCP | Standard-DCP | DCI-HDR-Fassung | Dolby-Vision-Master | IMAX-DMR-Fassung |
Fazit: Was heißt das für Sie als Gast?
Es gibt nicht „das beste“ System, sondern unterschiedliche Stärken:
- LED Cinema liefert die gleichmäßigste Bildfläche, sehr tiefes Schwarz und – mit HDR-Fassungen – die höchste Helligkeit. Unendlichen Kontrast hat sie bei korrekter Darstellung nicht; sie hält sich an klar definierte DCI-Werte.
- Dolby Vision bietet den größten Projektor-Kontrast und eine eigens gemasterte Fassung bei inzwischen über 860 Filmen. Das macht es zum etablierten Referenzformat vieler Filmemacher.
- IMAX mit Laser spielt seine Stärke bei sehr großen Leinwänden und im hohen 1,43:1-Format aus.
Am Ende zählt, dass Technik, Saal und Filmfassung zusammenpassen. In unserem Kino 1 erleben Sie Dolby Vision+Atmos – mit genau der Technik, die auch in Dolby-Cinema-Sälen steht.
Quellen
Normen und Prüfplan (DCI)
- DCI – Direct View Display D-Cinema Addendum, Abschnitt 4.7 (Minimum Active Black Level) (öffnet in neuem Fenster)
- DCI – Direct View Display D-Cinema Addendum v1.0, Tabelle 2 (SDR ≥ 0,01 cd/m²) (öffnet in neuem Fenster)
- DCI – High Dynamic Range D-Cinema Addendum, Abschnitt 9.3 (0,005 cd/m²) (öffnet in neuem Fenster)
- DCI – Compliance Test Plan (SDR/HDR Minimum Active Black Level) (öffnet in neuem Fenster)
- Barco – What is DCI certification for Direct View LED displays? (öffnet in neuem Fenster)
- Display Daily – DCI Explains and Decides What HDR is in Cinemas (öffnet in neuem Fenster)
- Display Daily – The Rollout of HDR Goes Beyond Cinema (öffnet in neuem Fenster)
- Display Daily – The LED Cinema Era has Started (ICDM zu „unendlichem“ Kontrast) (öffnet in neuem Fenster)
LED Cinema
- Tricorne – DCI-Certified HDR Acoustically Transparent Cinema LED (technische Daten) (öffnet in neuem Fenster)
- Tricorne – Broschüre PB-1545 (öffnet in neuem Fenster)
- Timewaying – HeyLED Cinema Screen (technische Daten) (öffnet in neuem Fenster)
- Timewaying – HeyLED Acoustic Transparent LED Cinema Screen (öffnet in neuem Fenster)
- Celluloid Junkie – HeyLED 6 m 4K mit DCI-HDR-Zertifizierung (300 nit, 60.000:1) (öffnet in neuem Fenster)
- LG – LED Cinema LAD033F (technische Daten) (öffnet in neuem Fenster)
- LG – LED Cinema LAD033F (öffnet in neuem Fenster)
- What Hi-Fi – Samsung Cinema LED (öffnet in neuem Fenster)
Dolby Vision und Dolby Cinema
- Christie – Meet the Academy Award-winning Christie E3LH (öffnet in neuem Fenster)
- Christie – Eclipse G3 (öffnet in neuem Fenster)
- Panorama Audiovisual – Academy ehrt Christie E3LH (öffnet in neuem Fenster)
- Celluloid Junkie – Scientific and Engineering Award für Mike Perkins (öffnet in neuem Fenster)
- Celluloid Junkie – Neue Dolby-Vision-Laserprojektoren 2025 (öffnet in neuem Fenster)
- rAVe – Dolby wählt Christie für Dolby Vision (öffnet in neuem Fenster)
- Dolby – Dolby Vision for Content Creators (öffnet in neuem Fenster)
- HPA 2022 – Dolby Vision Home and Cinema Workflows (öffnet in neuem Fenster)
- Dolby – Dolby Vision und Dolby Atmos für alle Premium-Kinos (2024) (öffnet in neuem Fenster)
- Dolby – 500. Film in Dolby Vision und Dolby Atmos (öffnet in neuem Fenster)
- Below the Line – 22 Filme für Dolby Cinema (2016) (öffnet in neuem Fenster)
- Boxoffice Pro – über 860 Filme in Dolby Vision und Dolby Atmos (CinemaCon 2026) (öffnet in neuem Fenster)
IMAX
- Display Daily – IMAX’s New Laser Projector is Unique in Design – and Performance (2015) (öffnet in neuem Fenster)
- etcentric – IMAX with Laser debütiert mit „The Walk“ (öffnet in neuem Fenster)
- SlashGear – IMAX with Laser vs. Regular IMAX (öffnet in neuem Fenster)
- In Depth Cine – What Makes IMAX Different (öffnet in neuem Fenster)
- Science ABC – 70 mm vs. Digital (12K–18K bei IMAX 15/70) (öffnet in neuem Fenster)
- YMCinema – Oppenheimer, IMAX 15/70 und 18K (öffnet in neuem Fenster)
Stand der Angaben: 28. Oktober 2026. Werte laut den verlinkten Hersteller- und Normquellen.
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